Psychologie unterricht klasse 10 brandenburg
In speziellen Klassen für besonders Leistungsstarke und Begabte kann der Unterricht stärker auf die Lernmöglichkeiten dieser Gruppe zugeschnitten werden. Spezialklassen gelten insgesamt als leistungsförderlich, Studien zur Unterrichtsqualität sind bisher jedoch rar. Jahrgangsstufe aus 33 Schulen. Mittels Fragebögen wurden Merkmale der Unterrichtsqualität nach dem QuAIT-Modell erfragt; die Datenanalyse erfolgte mit regressionsanalytischen Mehrebenenmodellen.
High-performing and gifted students are often not sufficiently challenged in class. In special classes for high-achievers and gifted students, instruction can be tailored more closely to the learning opportunities of this group. Special classes are generally considered to be conducive to achievement, but studies on the quality of instruction have been scarce. This study examines how students in special classes for the gifted and talented in the state of Brandenburg rate the quality of their instruction in German and mathematics compared to students in regular classes.
Questionnaires were used to assess characteristics of teaching quality according to the QuAIT model; data analysis was conducted using regression-analytical multilevel models. The students of the LuBK evaluate the quality of their teaching mainly more positively than the students of the regular classes, however, deficits are evident in both class types with regard to the quality characteristics of internal differentiation and having a say in the topics of instruction.
Weigand et al. Die Lernmöglichkeiten sind daher für diese Gruppe nicht immer optimal — das gilt auch für das Lernen an Gymnasien vgl. Gronostaj et al. Preckel und Vock ; Reis und Sullivan Winebrenner und Brulles Auf die teilweise beträchtliche Leistungsheterogenität auch in gymnasialen Klassen wird im Unterricht zu selten mit differenzierendem Unterricht reagiert vgl.
Callahan et al. Helmke ; Slavin als nicht erfüllt gelten. Aber auch das Anregungspotenzial des Unterrichts kann für diese Schülergruppe zu gering sein. Helmke ; Kanevsky Ein Ansatz, diese Schülergruppe besser zu fördern, besteht in der Einrichtung separater Schulklassen im Folgenden: Spezialklassen , in denen der Unterricht stärker auf die besonderen Lernmöglichkeiten zugeschnitten werden kann, indem Inhalte schneller absolviert werden und der Unterricht inhaltlich angereichert wird vgl.
Preckel und Vock ; Vock et al. Preckel et al. Robinson und Dailey Gleichzeitig können in solchen Klassen bestimmte Bedingungen die Qualität des Unterrichts beeinträchtigen, etwa wenn das Anspruchsniveau zu hoch angesetzt ist oder das zu erledigende Pensum an Aufgaben eine zu hohe Beanspruchung darstellt. Jahrgangsstufe eine Leistungs- und Begabungsklasse LuBK oder eine reguläre Gymnasialklasse im Land Brandenburg besuchen und befragen sie zu Aspekten der wahrgenommenen Unterrichtsqualität im Deutsch- und Mathematikunterricht.
Krannich et al. Eine gute Passung zwischen schulischer Umwelt einerseits und den individuellen Bedürfnissen und Potenzialen von Jugendlichen andererseits ist eine wichtige Voraussetzung für Lernmotivation, Leistungsentwicklung und das Wohlbefinden vgl. Eccles et al. Helmke Rea Lehrkräfte adjustieren sowohl ihre Leistungserwartungen als auch ihr Unterrichtsangebot an das von ihnen wahrgenommene Leistungsniveau der Klasse Harker und Tymms Spezialklassen sind im Hinblick auf die kognitiven Lernvoraussetzungen und die bisher gezeigten Schulleistungen hoch selektiv, ein für diese Schülerschaft passender Unterricht wäre somit deutlich anspruchsvoller.
Lehrkräfte passen ihren Unterricht in Spezialklassen aber nicht nur intuitiv an, sondern erwarten in diesen Klassen von vornherein höhere Leistungen und sie orientieren sich an einem pädagogischen Rahmenkonzept. Der Unterricht wird entsprechend verdichtet, akzeleriert und inhaltlich angereichert, da weniger Zeit für Erarbeitungs- und Übungsphasen benötigt wird.
So erlauben es diese Klassen, Tempo und Niveau des Unterrichts anzupassen und Langeweile und Unterforderung zu vermeiden vgl. Hattie ; Plucker und Dilley Gelingt es den Lehrkräften, ihren Unterricht entsprechend zu gestalten, sollte die Unterrichtsqualität zunächst ebenso gut sein wie in Regelklassen, sofern dort auch eine angemessene Passung gegeben ist.
Lehrkräfte könnten dadurch eine positivere Haltung zum Unterrichten in dieser Klasse haben Frenzel et al. Die geringeren Disziplinprobleme in motivierten und leistungsstarken Klassen könnten ebenfalls dazu führen, dass die Lehrkräfte ihre Unterrichtsideen besser umsetzen und die Unterrichtszeit effektiver nutzen können Fauth et al. Metanalysen zeigen, dass eine separate Förderung von Hochbegabten in speziellen Lerngruppen oder Programmen positive Effekte mittlerer Stärke auf die Leistungsentwicklung hat vgl.
Hattie , Steenbergen-Hu et al. Auch die generellere Frage, ob die Unterrichtsqualität in leistungsstarken und motivierten Schulklassen positiver ausgeprägt ist, kann bisher noch nicht empirisch beantwortet werden. Fauth et al. Wenngleich sich etwa zwei Drittel der Publikationen zum Thema Hochbegabung mit Bildung und Unterricht befassen vgl. Preckel und Krampen , sind Studien rar, die den Unterricht für Hochbegabte datenbasiert beschreiben oder analysieren.
Für gymnasiale Spezialklassen in Bayern und Baden-Württemberg zeigte sich über die Analyse von Unterrichtstagebüchern, dass der Unterricht stärker akzeleriert und angereichert verlief als in Regelklassen vgl. Vogl et al. Für andere Merkmale der Unterrichtsqualität waren die Befunde uneinheitlich: Während in einigen Jahrgangsstufen in den Spezialklassen stärker differenziert und strukturiert wurde, fanden sich für andere Jahrgangsstufen keine Unterschiede zu Regelklassen.
Preckel und Schmidt Im Hinblick auf Störverhalten, Disziplinprobleme und Klassenmanagement zeichnet sich in verschiedenen Studien ab, dass Spezialklassen positiver abschneiden als Regelklassen vgl. Clausen et al. Ein international einflussreiches Konzept zur Beschreibung der Unterrichtsqualität ist das QuAIT-Modell von Robert Slavin , welches sich an Carrolls Modell schulischen Lernens orientiert, und vier wesentliche Bereiche für die Qualität des Unterrichts beschreibt: Qualität der Instruktion qu ality of instruction , Passung a ppropriateness , Anregung i ncentives und Zeit t ime.
Diese vier Bereiche stehen miteinander in Wechselwirkung, wobei eine hohe Unterrichtsqualität eine angemessene Ausprägung aller vier Bereiche voraussetzt. Kunter und Trautwein Diese gelten als recht zuverlässige Schätzer der erfragten Merkmale vgl. Schiepe-Tiska et al. Prenzel und Lankes Die Qualität der Instruktion beschreibt, wie klar und strukturiert der Lerninhalt aufbereitet wird.
Kirschner, Sweller und Clark Fisher und Frey Insofern ist eine hoch strukturierte Instruktion für Hochbegabte vermutlich in Kombination mit hohem Anspruchsniveau günstig. So unterschieden sich in einer Studie von Kornmann Grundschulkinder in Abhängigkeit von ihrer Arbeitsgedächtniskapazität und der Aufgabenschwierigkeit darin, wie stark sie von stärker strukturierten, linearen Lernumgebungen profitieren.
Die Passung zwischen den Voraussetzungen der Lernenden und den Inhalten, der Gestaltung und des Tempos des Unterrichts ist eine weitere zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. In Spezialklassen sollten Anspruchsniveau und Tempo generell erhöht sein. Jedoch ist auch in Spezialklassen von heterogenen Lernausgangslagen auszugehen, auch wenn in der Regel der untere Teil des Begabungs- und Leistungsspektrums fehlt vgl.
Hunt und Seney , Tomlinson Firmender et al. Hinzu kommt, dass mit steigender allgemeiner Intelligenz stärker ausgeprägte Intelligenzprofile wahrscheinlicher werden Blum und Holling ; Breit et al. Beides zusammengenommen — Streuung der Intelligenz- und Leistungswerte und ausgeprägtere Begabungsprofile — kann zu einer deutlichen Leistungsheterogenität in Spezialklassen beitragen.
Eine gute Passung wird häufig über eine innere Differenzierung angestrebt, welche von der Lehrkraft eine hohe diagnostische Kompetenz erfordert, also die Fähigkeit, leistungsrelevante Schülermerkmale und das Anspruchsniveau von Aufgaben angemessen einzuschätzen vgl. Westphal et al. Innere Differenzierung in Form unterschiedlich schwieriger Aufgaben kommt im Unterricht der Sekundarstufe selten vor vgl.
Nieder und Frühauf ; Schiepe-Tiska et al. Differenzierte und häufige Rückmeldungen zu den eigenen Lernprozessen und -produkten gehören zu den lernwirksamsten Unterrichtselementen überhaupt vgl. Hattie und wirken sich zudem günstig auf das Fähigkeitsselbstkonzept aus vgl. Möller und Trautwein Gudjons Neben diesen generell geltenden Passungsmerkmalen sind in Spezialklassen für intellektuell besonders Begabte und für Leistungsstarke weitere Unterrichtsmerkmale relevant.
Während sich durchschnittlich Begabte häufiger aus Überforderung langweilen, berichten Hochbegabte eher über Langeweile aus Unterforderung vgl. Im Qualitätsbereich Anregung werden die motivierenden Aspekte des Unterrichts zusammengefasst. Desch et al. Der Bereich Zeit umfasst zum einen die Zeitnutzung durch die Lehrkraft, die auch mit einem effektiven Klassenmanagement in Wechselwirkung steht vgl.
In Spezialklassen scheinen Disziplinprobleme seltener aufzutreten, so dass eine effektivere Zeitnutzung und ein besser funktionierendes Klassenmanagement zu erwarten sind vgl. Zum Vergleich betrachten wir die gleichen Qualitätsmerkmale in den Regelklassen der jeweiligen Schulen und Jahrgangsstufen. Die Bewerberzahlen für eine LuBK variieren stark von Schule zu Schule, damit ist das Verfahren unterschiedlich selektiv.
Für die hier untersuchten Klassen etwa waren im Mittel 45 Bewerbungen pro Klasse eingegangen, die Anmeldezahlen streuten jedoch von 13 bis Für die pädagogische Arbeit haben die einzelnen Schulen spezielle Konzepte für ihre LuBK entwickelt, grundsätzlich sind sie jedoch an die Rahmenlehrpläne gebunden Bildungsserver Berlin Brandenburg LISUM In der vorliegenden Untersuchung konnten 34 aller 35 Schulen, die im Land Brandenburg LuB-Klassen anbieten, in die Untersuchung einbezogen werden.
Schulen in öffentlicher Trägerschaft waren zur Teilnahme verpflichtet, eine Schule in privater Trägerschaft nahm nicht teil, so dass insgesamt 33 Gymnasien und eine Gesamtschule teilnahmen. An jeder Schule wurde die LuBK des 8. Jahrgangs untersucht, zusätzlich jeweils eine Regelklasse der gleichen Jahrgangsstufe. Zum Erhebungszeitpunkt Ende wurden somit insgesamt Schulklassen befragt.
Der Onlinefragebogen war in zwei Teile aufgeteilt, die jeweils in einer Schulstunde im Computerraum der Schule bearbeitet wurden. Das kann entweder auf zu geringe Bewerberzahlen an einer Schule zurückgeführt werden oder aber darauf, dass das Testergebnis durch sehr gute Schulnoten und ein überzeugendes Auswahlgespräch ausgeglichen wurde. Die LuBK erreichten in Mathematik im Mittel 0,83 Kompetenzstufen und in Deutsch 0,57 Kompetenzstufen mehr als die regulären Gymnasialklassen.
In Klasse 10 erreichten sie im Durchschnitt in Mathematik 0,58 Notenpunkte und in Deutsch 0,46 Notenpunkte mehr als die Regelklassen in einem durch die Lehrkräfte klassenunabhängig benoteten standardisierten Leistungstest P