Chronische krankheiten psychologie
Diabetes, Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Krebs — die Diagnose einer chronischen, mitunter auch schweren, Erkrankung stellt für viele Betroffene eine psychische Herausforderung dar. Schmerzen und Einschränkungen im Alltag werden zur Gewohnheit. Zumindest möchte man das auf den ersten Blick meinen. Immerhin werden Menschen mit chronischen Erkrankungen tagtäglich damit konfrontiert.
Im Gegenteil: Bei chronischen Erkrankungen schmerzt oft nicht nur der Körper, sondern auch die Seele. Ab dem Zeitpunkt der Diagnose ist nichts mehr so, wie es einmal war. Ob ein Weg gefunden werden kann, das Beste aus der Situation zu machen und sogar glücklich damit zu leben, hängt davon ab, wie der Betroffene mit diesen neuen Anforderungen umgeht.
In der Psychologie spricht man von so genannten Coping-Strategien. Um mit der veränderten Lebenssituation bestmöglich zurechtzukommen, braucht es also Strategien. Abhängig vom Krankheitsbild und -verlauf sind die Belastungen vielfältig und die Reaktionen unterschiedlich. Eine lebensbedrohliche Krankheit wie Krebs wird eine andere Reaktion auslösen als zum Beispiel Diabetes.
Die Reaktion hängt aber nicht nur von der Erkrankung, sondern auch von der Persönlichkeit des Betroffenen ab. Es gibt Menschen, die mit belastenden Situationen besser zurechtkommen als andere. Doch in der Regel verfügen nur wenige Betroffene über das Rüstzeug, die Krankheit so verarbeiten zu können, dass die Psyche nicht darunter leidet.
Für viele Betroffene erscheint die Situation aussichtslos, und es kommt zu einem Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit. Angst, Scham, aber auch Wut sind Gefühle, mit denen Betroffene häufig zu kämpfen haben. In weiterer Folge können auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen auftreten, die eine professionelle Behandlung erfordern.
All diese belastenden Gefühle wirken sich negativ auf den Körper aus. Ein Teufelskreis, der durchbrochen werden muss. Aber wie? Finden Sie Apotheken in Ihrer Nähe Meine Apotheken. Jetzt geöffnet In meiner Nähe. Aktualisiert am Artikel drucken. Bewältigen — aber wie? Wie bereits erwähnt, erleben viele Betroffene ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit — und damit verbunden einen Kontrollverlust.
Die Krankheit ist ein Teil, der sich nicht oder nur bedingt kontrollieren lässt. Ein erster wichtiger Schritt ist es, die neue Lebenssituation zu akzeptieren und mit der Krankheit leben zu lernen. Anpassen: Hat man sich mit der Krankheit auseinandergesetzt und ist es gelungen, diese zu akzeptieren, geht es an die Ziele.
Grundsätzlich werden dabei zwei Formen von Bewältigungsstrategien unterschieden: So können Betroffene versuchen, an ihren Zielen festzuhalten und das Leben dementsprechend verändern — zum Beispiel durch Erlernen von Fertigkeiten, oder sie passen die Ziele der neuen Situation an — zum Beispiel, indem die Wohnung den neuen Bedürfnissen angepasst wird.
Hier ist es wichtig, dass Betroffene Verunsicherungen hinsichtlich ihrer neuen sozialen und beruflichen Rolle aus dem Weg räumen, indem sie mit dem Thema offen umgehen und sich nicht aus Scham zurückziehen. Hier spielen Ressourcen eine entscheidende Rolle. Setzen Sie sich bewusst mit der Frage auseinander: Was tut mir gut?
Holen Sie sich Hilfe: Bestimmen Ängste und depressive Verstimmungen nach wie vor den Alltag, ist es ratsam, sich professionelle psychologische oder psychotherapeutische Hilfe zu holen. Autorin: Mag. Natascha Marakovits.